26 April 2024

Betriebswirtschaft: Materialplanung

In der industriellen Produktion spielt die gezielte Planung und Kategorisierung von Werkstoffen eine zentrale Rolle. Um die Herstellungskosten präzise zu ermitteln, werden verschiedene Materialarten unterschieden, die jeweils eine spezifische Funktion im Fertigungsprozess erfüllen.


Materialplanung 
ist ein essenzieller Prozess in Unternehmen, der sich mit der bedarfsgerechten Beschaffung und Bereitstellung von Materialien für die Produktion oder Dienstleistungserbringung befasst. Es geht darum, sicherzustellen, dass die richtigen Materialien in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um Produktionsprozesse reibungslos ablaufen zu lassen und Liefertermine einzuhalten sowie und Lagerkosten zu minimieren.

Einteilung der Werkstoffe

Die Grundlage der Produktion bilden die Rohstoffe. Dabei handelt es sich um Materialien, die ohne aufwendige Vorverarbeitung direkt in den Fertigungsprozess einfließen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie unmittelbar in das fertige Endprodukt eingehen und dessen wesentlichen Hauptbestandteil bilden. Ein klassisches Beispiel wäre das Holz bei der Herstellung eines Tisches.

Ergänzend dazu gibt es die Hilfsstoffe. Diese Materialien dienen dazu, den Produktionsprozess zu unterstützen. Sie können die Qualität des Erzeugnisses maßgeblich beeinflussen und werden zu einem direkten Bestandteil des Produktes. Im Gegensatz zu den Rohstoffen bestimmen sie jedoch nicht dessen Haupteigenschaft. Leim oder Schrauben bei der Möbelfertigung fallen in diese Kategorie.

Eine dritte Gruppe bilden die Betriebsstoffe. Diese werden zwingend für den laufenden Betrieb der Produktionsanlagen benötigt, sind aber im fertigen Endprodukt nicht direkt enthalten. Typische Beispiele hierfür sind Schmierstoffe für Maschinen oder die eingesetzte Energie. Alle anfallenden Materialkosten dieser drei Gruppen werden bei der Berechnung der Herstellkosten herangezogen.

Methoden der Materialbedarfsplanung

Je nach Art des Materials kommen unterschiedliche Planungsansätze zum Einsatz. Für Rohstoffe wird in der Regel eine planorientierte oder programmgesteuerte Bedarfsplanung angewandt, die auch als deterministisch bezeichnet wird. Hierbei wird der exakte Bedarf auf Basis von konkreten Kundenaufträgen und detaillierten Produktionsplänen ermittelt. Wichtige Grundlagen sind dabei Stücklisten, die genau aufschlüsseln, welche Mengen für ein Erzeugnis nötig sind, sowie die aktuellen Lagerbestände.

Für Hilfs- und Betriebsstoffe hingegen wird meist eine verbrauchsgesteuerte Bedarfsplanung genutzt, die man auch stochastisch nennt. Da diese Materialien oft in kleineren Mengen oder kontinuierlich verbraucht werden, basiert die Ermittlung des Bedarfs hier vor allem auf historischen Verbrauchsdaten aus der Vergangenheit. Mithilfe von Prognosen wird der künftige Bedarf geschätzt, um eine lückenlose Versorgung der Produktion sicherzustellen.

Die plangesteuerte und verbrauchsgesteuerte Materialbedarfsplanung

Ein wichtiges Werkzeug in der Materialplanung ist die plangesteuerte Materialbedarfsplanung (>>>hier mehr lernen>>>), die auf Basis von Produktionsplänen und Stücklisten den Materialbedarf berechnet. Sie wird hauptsächlich für Materialien verwendet, deren Bedarf genau bekannt ist, wie z.B. Endprodukte oder hochwertige Komponenten (A-Teile).

Die verbrauchsgesteuerte Materialbedarfsplanung (>>>hier mehr lernen>>>) ist ein Verfahren der Materialwirtschaft, bei dem der zukünftige Materialbedarf anhand vergangener Verbrauchsdaten prognostiziert wird. Sie wird oft für Materialien mit regelmäßigem, aber nicht so kritischem Bedarf verwendet, wie z.B. B- und C-Teile.

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