28 April 2024

Zusammenarbeit im Betrieb: Zwei-Faktoren-Theorie der Motivation

Die Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg unterscheidet zwei Gruppen von Ein­flussgrößen für das Entstehen von Arbeitszufriedenheit bzw. Arbeitsunzufrieden­heit.


Die Zwei-Faktoren-Theorie nach Frederick Herzberg beschreibt die Entstehung von Arbeitszufriedenheit und Unzufriedenheit durch zwei voneinander unabhängige Kategorien von Einflüssen. Das zentrale Merkmal dieser Theorie ist die Erkenntnis, dass das Gegenteil von Zufriedenheit nicht etwa Unzufriedenheit ist, sondern vielmehr das Fehlen von Zufriedenheit. Ebenso ist das Gegenteil von Unzufriedenheit lediglich ein Zustand der Nicht-Unzufriedenheit.

Hygienefaktoren und Entlastungsbedürfnisse

Hygienefaktoren beziehen sich primär auf das Arbeitsumfeld und werden auch als Kontextfaktoren bezeichnet. Sie korrespondieren mit den Entlastungsbedürfnissen der Mitarbeiter, da Menschen das Bestreben haben, Belastungen und unangenehme Bedingungen zu vermeiden. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem die Entlohnung, die allgemeinen Arbeitsbedingungen sowie die Sicherheit am Arbeitsplatz. Auch zwischenmenschliche Aspekte wie die Personalführung, der herrschende Führungsstil, das soziale Klima im Betrieb sowie die allgemeine Unternehmenspolitik und Verwaltung fallen in diese Kategorie.

Die Besonderheit der Hygienefaktoren liegt darin, dass ihre positive Ausprägung zwar Unzufriedenheit verhindert, aber allein noch keine echte Zufriedenheit erzeugt. Sind sie jedoch negativ ausgeprägt oder fehlen sie gänzlich, führt dies unweigerlich zu einer starken Unzufriedenheit bei den Beschäftigten. Sie bilden somit lediglich das notwendige Fundament für ein gesundes Arbeitsklima.

Motivatoren und Entfaltungsbedürfnisse

Im Gegensatz dazu stehen die Motivatoren, die direkt mit den Inhaltsfaktoren der Arbeit verknüpft sind. Hierbei geht es um die Entfaltungsbedürfnisse der Mitarbeiter, die den Wunsch nach persönlichem Wachstum und Selbstverwirklichung widerspiegeln. Typische Beispiele für Motivatoren sind das Erleben von Leistung, persönlicher Erfolg, Anerkennung sowie verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgabeninhalte. Auch die Möglichkeit zur Selbstständigkeit, Aufstiegschancen, Beförderungen und die allgemeine berufliche Entwicklung wirken als starke Motivatoren.

Diese Faktoren besitzen die Kraft, echte Zufriedenheit hervorzurufen, sofern sie im Arbeitsalltag präsent sind. Wenn sie jedoch fehlen, führt dies nicht automatisch zu Unzufriedenheit, sondern lediglich zu einem neutralen Zustand, in dem keine besondere Zufriedenheit empfunden wird.
Grundlegende Annahmen der Theorie

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Hygienefaktoren als Basis dienen, da ihr Fehlen als Mangel wahrgenommen wird. Dennoch wird die Arbeitszufriedenheit nicht gesteigert, nur weil diese Faktoren vorhanden sind. Die eigentlichen Anreize zur Zufriedenheit gehen ausschließlich von den Motivatoren aus. Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass ein Fehlen dieser Motivatoren die Arbeitszufriedenheit nicht erhöht, sondern sie in einem neutralen Bereich belässt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.