28 April 2024

Zusammenarbeit im Betrieb: Teilautonome Arbeitsgruppen

Das Konzept der teilautonomen Arbeitsgruppen stellt eine moderne Form der Arbeitsorganisation dar, die für Führungskräfte besonders wertvoll ist, da sie durch die Übertragung von Verantwortung die Effizienz steigert und gleichzeitig das Management von operativen Detailaufgaben entlastet. In diesem System übernimmt ein Team eine ganzheitliche Aufgabe und agiert innerhalb eines festgelegten Rahmens weitgehend eigenständig.


Teilautonome Arbeitsgruppen (TAG) bieten den Mitarbeitern die Möglichkeit, in sozio-technischen Einheiten (Arbeitssystem) selbständig im Sinne von „Gruppenarbeit“ zu handeln und zu entscheiden.

Merkmale und Selbstorganisation der Gruppenarbeit

Eine teilautonome Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie komplexe Aufgabenbereiche als geschlossene Einheit bearbeitet. Die Mitglieder bestimmen eigenverantwortlich über den Umfang und das Tempo ihrer Arbeit sowie über die interne Aufteilung der verschiedenen Tätigkeiten. Zur Selbstorganisation gehört auch, dass die Gruppe Prozesse wie die Materialbeschaffung, die detaillierte Arbeitsplanung und sogar anfallende Reparaturen eigenständig koordiniert. Darüber hinaus übernimmt das Team die Kontrolle der eigenen Arbeitsergebnisse und stellt die Qualität der erbrachten Leistungen selbst sicher. Intern werden notwendige Funktionen, wie etwa die Rolle eines Gruppensprechers oder dessen Stellvertreters, eigenständig verteilt.

Potenziale für Unternehmen und Belegschaft

Die Einführung dieser Organisationsform bietet zahlreiche Vorteile für den Betriebsablauf und das Betriebsklima. Durch die flexiblere Gestaltung von Produktion und Entscheidungsprozessen kann das Unternehmen schneller auf Veränderungen reagieren. Für die Führungsebene bedeutet dies eine spürbare Entlastung des mittleren und oberen Managements, da viele Koordinationsaufgaben direkt in der Gruppe verbleiben. Auf Seiten der Mitarbeitenden führen die erweiterten Handlungsspielräume oft zu höherer Zufriedenheit, gesteigertem Engagement und einer stärkeren Motivation. Dies spiegelt sich häufig in einer höheren Arbeitsqualität, einer gesteigerten Produktivität und einer Reduzierung von Fehlzeiten wider. Zudem fördert die Zusammenarbeit gezielt die sozialen Kompetenzen und die kontinuierliche Kompetenzentwicklung der Beteiligten.

Herausforderungen und Risiken bei der Umsetzung

Trotz der positiven Aspekte bringt die Arbeit in teilautonomen Gruppen auch spezifische Herausforderungen mit sich. Die hohe Verantwortung kann dazu führen, dass Mitarbeitende unter permanentem Leistungsdruck stehen. Innerhalb der Gruppe können Konflikte entstehen, wenn die Leistungsvermögen der einzelnen Mitglieder stark voneinander abweichen. Zudem stellen die höheren sozialen Anforderungen an die Kooperation und Kommunikation für manche Beteiligte eine Überforderung dar. Es besteht das Risiko von Gruppenzwang, der darauf abzielt, die individuelle Leistung stetig zu steigern. Auch die gerechte Lohnaufteilung innerhalb eines selbstorganisierten Teams kann zu Problemen führen. Für das Unternehmen entstehen zudem höhere Kosten, da umfassende Qualifizierungsmaßnahmen notwendig sind, um die Mitglieder auf ihre erweiterten Aufgaben vorzubereiten.

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