28 April 2024

Zusammenarbeit im Betrieb: Führungsrollen und Führungsaufgaben

Die Rolle moderner Führungskraft ist stetem Wandel unterworfen, was seine Tätigkeit komplexer macht. Neben seiner Rolle als Mitarbeiter, indem er vereinbarte bzw. vorgegebene Ziele in Rücksprache mit seinen Vorgesetzten zu erfüllen hat, bewegt sich Führungskraft in unterschiedlichen Rollen.


Eine Führungskraft zeichnet sich zunächst durch ihre formale Stellung im Unternehmen aus:
  • Entscheidungsbefugnis: Sie besitzen die rechtliche oder organisatorische Macht, Entscheidungen zu treffen und Anordnungen zu treffen.
  • Weisungsrecht: Sie sind berechtigt, anderen Personen verpflichtende Weisungen zu erteilen.
  • Fürsorgepflicht: Führung bedeutet auch, Mitarbeiter gerecht und verantwortungsbewusst zu führen sowie deren Interessen (z. B. Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Arbeitsrecht) zu vertreten.
In einem Unternehmen übernimmt eine Führungskraft weit mehr als nur die Rolle des „Chefs“. Effektive Zusammenarbeit im Betrieb erfordert, dass Führungskräfte flexibel zwischen verschiedenen Rollen wechseln, um sowohl die Unternehmensziele als auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu erfüllen. Je nach Situation muss eine Führungskraft eine andere „Maske“ aufsetzen, um die Zusammenarbeit zu optimieren.

In der klassischen Rolle als Vorgesetzter oder Manager liegt der Fokus auf der Organisation: Hier werden Ziele gesetzt, Aufgaben delegiert und die Durchführung geplant. Die Führungskraft steuert und überwacht die Prozesse und kontrolliert am Ende die Ergebnisse.

Als Fachmann oder Trainer nutzt die Führungskraft ihre eigene Expertise, um Wissen und Erfahrungen gezielt an das Team weiterzugeben. Dies geschieht durch Unterweisungen, Einweisungen und die kontinuierliche Qualifizierung oder Schulung der Mitarbeiter.

Wenn es um die Zusammenarbeit geht, agiert die Führungskraft als Moderator oder Berater. Sie ermöglicht eine zielgerichtete Beteiligung der Mitarbeiter bei der Problemlösung, vermittelt neutral in Konflikten und bietet wichtige Entscheidungshilfen an.

Die individuelle Förderung steht beim Coach oder Mentor im Mittelpunkt. Hier begleitet die Führungskraft die persönliche Entwicklung der Teammitglieder, fördert deren eigene Ressourcen und gibt durch regelmäßige Beurteilungen konstruktives Feedback.

Schließlich dient die Führungskraft als Motivator oder Vorbild. Sie regt zu positiven Verhaltensweisen an, lebt diese im sozialen und fachlichen Bereich selbst vor und stärkt dadurch aktiv den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

In diesen Rollen muss er verschiedenen (sehr oft widersprüchliche) Interessen wahrnehmen und dementsprechend unterschiedliche Erwartung und Aufgaben erfüllen (>>>hier mehr lernen>>>).

Beispiele für diese sich widersprechenden Rollen sind:
1. Mitarbeiterwünsche an Betriebsleiter geben und versuchen, sie umzusetzen, obwohl sie dem Abtei­lungsziel widersprechen.
2. Umsetzung der neuen Vorgabe zur pünktlichen Schichtübergabe überwachen, obwohl die Gruppe die flexible Schichtübergäbe seit Jahren zufriedenstellend praktiziert.
3. Genehmigung von außerplanmäßiger Freizeit, obwohl die be­triebliche Situation dies nicht zulässt.
4. Umsetzung der Vorgaben des Betriebsleiters, obwohl man nicht vom Sinn überzeugt ist.

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