28 April 2024

Zusammenarbeit im Betrieb: Führung und Autorität

Jede Führungsrolle setzt voraus, dass die Führungskraft durch seine Mitarbeiter als Mensch und Vorgesetzte anerkannt wird. Durch dieses Ansehen wird bestimmt, inwieweit die Führungskraft das Verhalten der Mitarbeiter beeinflussen kann. Entscheidend für die Führungskraft ist die persönliche Autorität.


Im Kern wird Autorität als eine spezifische Form der Macht verstanden. Das entscheidende Merkmal dieser Machtform ist ihre Legitimation: Sie rechtfertigt sich durch die Zustimmung der Personen, die beeinflusst werden sollen. Ohne diese Akzeptanz bleibt Macht oft bloßer Zwang, während Autorität auf einer anerkannten Basis beruht.

In der Betriebswirtschaft und Personalführung unterscheidet man klassischerweise drei Arten von Autorität, die sich gegenseitig ergänzen:

  1. Betriebliche Autorität: Diese Form wird oft als Amtsautorität bezeichnet. Sie ist unpersönlich und ergibt sich rein aus der Position und Stellung innerhalb einer Organisationshierarchie. Die Autorität wird vom Betrieb verliehen und umfasst Dienstgewalt, also spezifische Rechte, Verantwortungen, Pflichten und Befugnisse.
  2. Persönliche Autorität: Im Gegensatz zum Amt wurzelt diese Form in der Person der Führungskraft selbst. Hier spielen menschliche Qualitäten die Hauptrolle, die für eine erfolgreiche Führungstätigkeit entscheidend sind. Dazu gehören Gerechtigkeitssinn, die Funktion als Vorbild, Hilfsbereitschaft sowie ausgeprägte soziale Kompetenzen.
  3. Fachliche Autorität: Diese Basis der Autorität resultiert aus der fachlichen Kompetenz einer Person. Sie wird durch formale Bildung sowie praktische Tätigkeit erworben und zeigt sich im fundierten Wissen, in spezifischen Fähigkeiten und im Erfahrungsschatz der Führungskraft.
Während die betriebliche Autorität meist formal zugewiesen wird, kann die persönliche Autorität aktiv entwickelt und gestärkt werden. Wesentliche Faktoren hierfür sind Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und der Mut, eigene Entscheidungen zu treffen und zu vertreten.

Ein loyaler und verbindlicher Umgang mit allen Beteiligten – egal ob Vorgesetzte, Mitarbeitende oder Kollegen – bildet das Fundament für Vertrauen. In der täglichen Arbeit zeigt sich persönliche Autorität durch Sachlichkeit, Fairness sowie konsequentes und transparentes Handeln. Eine klare Kommunikation und respektvolle Umgangsformen, die von Wertschätzung geprägt sind, fördern das Arbeitsklima. Zudem ist es wichtig, Spielregeln für die Zusammenarbeit aufzustellen, diese zu kommunizieren und selbst einzuhalten. Schließlich trägt auch die aktive Erweiterung der eigenen Fachkompetenz dazu bei, dass die persönliche Wirkung gestärkt wird.

In der Zusammenarbeit entstehen manchmal Situationen, in denen der Mitarbeiter der Entscheidung des Meisters aus sachlichen Gründen nachkommt, obwohl er den Meister als Führungskraft nicht akzeptiert. Dies kann auch negative Auswirkungen auf den Betriebsablauf haben:
- Der Entscheidung wird nur widerwillig und gehorsam nachgekommen.
- Die Eigeninitiative der Mitarbeiter unterbleibt.
- Demotivierende Wirkung
- Die Autorität der Führungskraft wird auch in anderen Bereichen hinterfragt.
- Der Unternehmenserfolg wird gefährdet.
- Der Betriebsablauf wird massiv gestört.

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