Der autoritäre Führungsstil zeichnet sich primär dadurch aus, dass die gesamte Entscheidungsgewalt bei einer einzigen Person, dem Vorgesetzten, liegt. Dieser agiert unabhängig von der Gruppe und bewahrt eine klare Distanz zu seinen Mitarbeitern. In diesem System werden Aufgaben einseitig verteilt, Ziele ohne Rücksprache gesetzt und die anschließende Ausführung streng kontrolliert. Eigeninitiative der Angestellten ist dabei nicht erwünscht, da lediglich Gehorsam und eine präzise Ausführung nach Vorschrift erwartet werden. Widerspruch oder Kritik werden nicht geduldet, während Fehler oft direkt sanktioniert werden.
Ein wesentlicher Vorteil dieses Modells ist die absolute Klarheit bezüglich der Verantwortlichkeiten. Da die Entscheidungswege kurz sind, können getroffene Maßnahmen sehr schnell umgesetzt werden. Die engen Regeln und Vorgaben sowie die dichte Kontrolle ermöglichen es, das Arbeitsergebnis unmittelbar zu beeinflussen. Besonders in Krisensituationen, in denen schnelles und entschlossenes Handeln überlebenswichtig ist, gilt dieser Führungsstil als ideal.
Dennoch bringt diese Form der Leitung erhebliche Nachteile mit sich. Da alle Entscheidungen von einer Person abhängen, besteht ein hohes Risiko für Fehlentscheidungen aufgrund falscher Einschätzungen des Vorgesetzten. Zudem werden die vorhandenen Kompetenzen und Talente der Mitarbeiter nicht ausgeschöpft, da kein Raum für eigene Ideen oder Initiative bleibt. Dies führt oft zu einer Leistungsabhängigkeit von der physischen Anwesenheit des Vorgesetzten. Schließlich besteht die Gefahr, dass der Leiter durch die Fülle an Aufgaben und die alleinige Verantwortung schnell überfordert wird.

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