26 April 2024

Betriebswirtschaft: Zeitlohn

Das Konzept des Zeitlohns stellt eine Form der Vergütung dar, bei der die Dauer der geleisteten Arbeitszeit die Grundlage für die Entlohnung bildet. Diese Methode bietet spezifische Vorzüge und Herausforderungen für Unternehmen sowie Beschäftigte und eignet sich besonders für bestimmte Arbeitssituationen.


Zeitlohn ist eine Lohnform, bei der die Bezahlung eines Mitarbeiters ausschließlich auf der Grundlage der geleisteten Arbeitszeit erfolgt, unabhängig von der erbrachten Leistung. Typischerweise wird der Zeitlohn als Stunden-, Tages-, Wochen- oder Monatssatz ausgezahlt.

Vorzüge der zeitbasierten Vergütung

Ein wesentlicher Aspekt des Zeitlohns ist die unkomplizierte Ermittlung des Entgelts, da lediglich die Anwesenheit oder die geleisteten Stunden erfasst werden müssen. Da kein unmittelbarer Zeitdruck besteht, begünstigt dieses Modell eine höhere Qualität der Arbeitsergebnisse. Zudem wird bei gefährlichen Tätigkeiten ein überhastetes Vorgehen vermieden, was die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöht. Erbringen Mitarbeitende trotz der festen Zeitvergütung eine hohe Leistung, führt dies für den Betrieb zu einer Senkung der Lohnstückkosten.

Herausforderungen und wirtschaftliche Risiken

Auf der anderen Seite bringt der Zeitlohn gewisse Nachteile mit sich. 
Ein wesentlicher Nachteil der Lohnform, dass die Arbeitsleistung unberücksichtigt bleibe und auch nicht beeinflusst werden kann. Dies kann durch gezielte Maßnahmen abgemildert werden, wenn der Zeitlohn beispielweise als Grundlohn durch eine Leistungszulage ergänzt wird.

Da kein direkter finanzieller Anreiz zur Steigerung der Arbeitsmenge besteht, kann dies zu einer verminderten individuellen Leistung führen. In der Folge steigen die Lohnstückkosten für das Unternehmen an, und es ist häufig mehr Personal erforderlich, um das gewünschte Arbeitspensum zu bewältigen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die fehlende Berücksichtigung von Leistungsunterschieden zwischen den einzelnen Beschäftigten, was innerhalb einer Belegschaft als ungerecht empfunden werden kann.

Optimale Einsatzbereiche für den Zeitlohn

Die Wahl des Zeitlohns erweist sich in Szenarien als ideal, in denen die individuelle Arbeitsleistung nicht objektiv messbar oder durch die tätige Person nicht direkt beeinflussbar ist. Er findet verstärkt Anwendung, wenn eine besonders hohe Arbeitssicherheit gewährleistet sein muss oder wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen andere Entlohnungsformen wie den Akkordlohn untersagen. Besonders wertvoll ist dieses Modell zudem bei Aufgaben, die ein hohes Maß an Sorgfalt, Qualität sowie Kreativität erfordern, da diese Werte oft im Widerspruch zu rein mengenorientierten Leistungsanreizen stehen.

Die Entlohnung im Zeitlohn kann beispielweise in folgenden Bereichen erfolgen:
1. Instandhaltungsarbeiten: Die Dauer der Arbeiten kann nicht präzise vorhergesagt werden.
2. Führungstätigkeiten: Keine sich wiederholenden Tätigkeiten, besondere Sorgfalt erforderlich.
3. Kontrolltätigkeiten: Besondere Sorgfalt ist erforderlich. 
4. Entwicklung: Eine Ermittlung der individuellen Leistung ist schwierig und die Kreativität ist gefragt.

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