26 April 2024

Betriebswirtschaft: Organisationsentwicklung

Unternehmen müssen flexibel auf interne und externe Veränderungen reagieren, um erfolgreich zu sein und bleiben zu können. Dies zeigt sich in einem ständigen Wandel der Organisation Es wird von Organisationsentwicklung gesprochen.


Organisationsentwicklung (OE) ist ein geplanter, systematischer Prozess zur Veränderung und Weiterentwicklung von Organisationen, wobei die Beteiligung aller Betroffenen ein zentraler Aspekt ist. Ziel ist es, die Leistung, Effektivität und das Wachstum einer Organisation zu verbessern, indem Strategien, Verfahren und die Unternehmenskultur angepasst werden.

Die erfolgreiche Organisationsentwicklung setzt die Einbeziehung der Mitarbeiter voraus. Es ist erforderlich beispielweise bei Einführung der KVP kontinuierlichen Verbesserungsprozesse (KVP) die Mitarbeiter zu motivieren (durch Vorbildfunktion, überzeugende Argumente (z.B. Arbeitsplatzsicherung), berufliche Anerkennung, Prämiengestaltung (z.B. Erfolgsbeteiligung) sowie die organisatorische Maßnahmen einzuleiten, die die Einbeziehung bewirken (z.B. regelmäßige Abteilungsbesprechungen, Bilden von Arbeitsgruppen für Verbesserungen, persönliche Weiterentwicklung durch Mitarbeit in KVP-Teams).

Strategische Steuerung durch die Führungsebene

Beim Top-down-Ansatz gehen organisatorische Veränderungen direkt von der Geschäftsleitung aus. Die Vorgaben werden auf der obersten Ebene entwickelt und anschließend schrittweise nach unten an die Abteilungen und Teams weitergegeben. Ein wesentlicher Vorteil dieses Vorgehens liegt in der schnellen Umsetzung von Entscheidungen. Zudem sorgt dieser Weg für klare Verantwortlichkeiten und eine effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen.

Allerdings bringt diese Methode auch Herausforderungen mit sich. Da der Ansatz als autoritär wahrgenommen werden kann und die Beteiligung der Mitarbeitenden eher gering ausfällt, entsteht häufig ein Widerstand gegen die Neuerungen. Daher eignet sich dieses Modell vor allem für Unternehmen, die eine klare Richtung und Kontrolle benötigen, oder für Krisensituationen, in denen sehr schnelle Entscheidungen zwingend erforderlich sind.

Entwicklung aus der operativen Basis

Im Gegensatz dazu steht der Bottom-up-Ansatz, bei dem Veränderungen an der Basis der Organisation entwickelt werden. Die Ideen und Konzepte entstehen direkt bei den Mitarbeitenden und werden schrittweise nach oben in die Führungsebene getragen. Der größte Vorteil hierbei ist die starke Einbeziehung der Belegschaft. Wenn Menschen aktiv an der Gestaltung mitwirken, können sie sich besser mit den Veränderungen identifizieren und tragen diese motivierter mit.

Auf der anderen Seite dauert die Umsetzung bei diesem Modell tendenziell länger, da viele verschiedene Impulse koordiniert werden müssen. Die Abstimmung zwischen den verschiedenen Ebenen gestaltet sich oft schwieriger als bei einer zentralen Vorgabe. Dieser Weg ist ideal für Organisationen, die Flexibilität und Kreativität fördern wollen oder in denen die Beschäftigten einen besonders starken Bezug zu ihrer täglichen Arbeit haben.

Kaizen in Organisationsentwicklung

Kaizen ist eine japanische Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung, die in der Organisationsentwicklung eingesetzt wird, um schrittweise und inkrementelle Veränderungen in Prozessen, Produkten, Dienstleistungen und Arbeitsweisen zu fördern. Es ist eine Managementmethode, die auf die ständige Optimierung von Abläufen und die Reduzierung von Verschwendung abzielt.
5S-Methode (Sortieren, Ordnen, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin) ist ein Tool zur Verbesserung der Arbeitsplatzorganisation.
PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) wird zur systematischen Planung, Umsetzung, Überprüfung und Anpassung von Verbesserungsmaßnahmen eingesetzt. 
- Qualitätszirkel. Kaizen wird oft in Arbeitsgruppen oder Qualitätszirkeln umgesetzt, in denen Mitarbeiter gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.
- Visualisierung. Nutzen von Diagrammen, Tafeln und anderen visuellen Hilfsmitteln zur Darstellung und zur Überwachung von Prozessen.
- Muda-Eliminierung. Identifizierung und Beseitigung von Verschwendung in Prozessen (z.B. unnötige Bewegungen, Wartezeiten, Lagerbestände).
- Ishikawa-Diagramm (Ursache-Wirkungs-Diagramm). Analyse von Problemen und deren Ursachen.

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