26 April 2024

Betriebswirtschaft: Profit- und Cost-Center

In modernen Unternehmen werden organisatorische Einheiten häufig nach ihrer Ergebnisverantwortung unterschieden. Diese Einteilung hilft dabei, klare Ziele zu definieren und den Erfolg einzelner Abteilungen messbar zu machen. Die zwei zentralen Konzepte sind dabei das Profitcenter und das Costcenter.


Eine Profit- und Costcenter-Spartenorganisation ist eine Organisationsstruktur, bei der ein Unternehmen in Sparten (Geschäftsbereiche) unterteilt ist, die ergebnisorientiert geführt werden. Also das Ergebnis bzw. die Ziele (und nicht die Arbeitsschritte) werden vorgegeben. Während Profitcenter für ihren Gewinn und ihre Erlöse verantwortlich sind, konzentrieren sich Cost-Center auf die Kostenkontrolle / Kostenoptimierung.

Merkmale und Aufgaben von Profit-Centern

Ein Profitcenter agiert innerhalb eines Unternehmens fast wie ein eigenständiger Betrieb. Die Leitung einer solchen Einheit trägt die volle Verantwortung für den eigenen Gewinn und Verlust. Das Hauptziel besteht darin, Umsätze zu erwirtschaften und gleichzeitig die damit verbundenen Kosten effektiv zu kontrollieren.

Um diese Ziele erreichen zu können, verfügen Profitcenter in der Regel über einen hohen Grad an Entscheidungsfreiheit. Sie können Strategien selbst festlegen und operativ eigenständig handeln. Der Erfolg wird hierbei an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Umsatz, dem erzielten Gewinn oder der Kapitalrentabilität gemessen. Typische Beispiele für solche Einheiten sind Vertriebsabteilungen, die eigene Produkte am Markt verkaufen, oder Werkstätten, die Reparaturen für externe Kunden gegen Bezahlung durchführen. Auch ein Hotelrestaurant kann als Profitcenter geführt werden, sofern es über eine separate Kosten- und Erlösrechnung verfügt.

Merkmale und Aufgaben von Cost-Centern

Im Gegensatz dazu stehen Costcenter, deren Fokus primär auf der Bereitstellung von Leistungen für andere Unternehmensbereiche liegt. Sie erwirtschaften meist keine direkten Erlöse am externen Markt, sondern produzieren Produkte oder erbringen Dienstleistungen intern. Die Aufgabe der Verantwortlichen besteht darin, die anfallenden Kosten zu überwachen und so weit wie möglich zu minimieren.

Da Costcenter oft unterstützende Funktionen ausüben, orientieren sie sich stark an den Vorgaben übergeordneter Organisationseinheiten. Ihre Entscheidungsfreiheit ist im Vergleich zu Profitcentern meist geringer. Da kein direkter Gewinn ermittelt werden kann, erfolgt die Erfolgsmessung über Kennzahlen wie die Kosten pro Einheit, die Auslastung der vorhandenen Ressourcen oder die allgemeine Effizienz der Prozesse. Klassische Beispiele für Costcenter sind die Buchhaltung, die Personalabteilung oder die IT-Abteilung. Auch Forschungs- und Entwicklungslabore sowie Kundendienststellen, die nicht direkt umsatzorientiert arbeiten, fallen unter diese Kategorie.

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