28 April 2024

Zusammenarbeit im Betrieb: Stress

Das Verständnis von Stressmodellen ermöglicht es Führungskräften, die Leistungsfähigkeit ihres Teams langfristig zu erhalten und frühzeitig auf Belastungssignale zu reagieren.


Stress ist eine normale körperliche Reaktion auf Druck, Spannung, Veränderung oder Herausforderung.

Stress ist nicht gleich Stress. In der Arbeitswelt lassen sich drei Zustände unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden haben. Wenn Aufgaben keine Herausforderung bieten, entsteht eine Unterforderung, die sich in Langeweile, Müdigkeit und Frustration äußert. Das Gegenteil davon ist der Eustress. Dies ist ein positiver, motivierender Zustand, der mit hoher Konzentration und einer gesunden Anspannung einhergeht. Wichtig dabei ist jedoch, dass dieser positive Stress kein Dauerzustand sein kann. Wenn die Belastung dauerhaft zu hoch wird oder die Ressourcen nicht ausreichen, schlägt die Situation in Disstress um. Dieser führt zu Überlastung, Erschöpfung und Nervosität.

Warnsignale für negativen Stress erkennen

Negativer Stress hinterlässt deutliche Spuren in verschiedenen Bereichen des menschlichen Erlebens. Auf der körperlichen Ebene zeigt sich Disstress oft durch dauerhafte Anspannung, tiefe Erschöpfung und eine permanente Müdigkeit, die auch durch Ruhephasen kaum verschwindet. Geistig macht sich die Überlastung durch Aufmerksamkeitsstörungen und Gedächtnisprobleme bemerkbar, was letztlich zu einer spürbaren Abnahme der allgemeinen Leistungsfähigkeit führt. Auch das emotionale Gleichgewicht gerät ins Wanken. Betroffene neigen zu Gereiztheit, Unzufriedenheit, Aggression oder Unsicherheit. In schweren Fällen können sich daraus Ängste, Lustlosigkeit sowie ernsthafte Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen entwickeln.

Prävention und Gestaltung des Arbeitsumfelds

Um die Entstehung von Disstress zu verhindern, gibt es verschiedene Strategien auf organisationaler und individueller Ebene. Eine abwechslungsreiche Gestaltung der Tätigkeiten sowie die ständige Optimierung der Arbeitsabläufe helfen dabei, Belastungsspitzen zu vermeiden. Eine zentrale Rolle spielt die Beobachtung und das regelmäßige Gespräch mit den Beteiligten. Dabei ist eine fundierte Ursachenforschung wichtig, die sowohl private als auch betriebliche Gründe für die Belastung einbezieht.

Förderung einer gesunden Arbeitskultur

Ein gesundes Arbeitsklima basiert auf klaren Anforderungen und der Gelegenheit für gegenseitigen Austausch und Unterstützung. Wenn die erbrachte Arbeitsleistung Anerkennung findet, stärkt dies die Widerstandsfähigkeit gegen negativen Stress. Besonders entscheidend für ein produktives und gesundes Umfeld ist die Förderung einer offenen und ungezwungenen Kommunikation. Durch diesen direkten Dialog lassen sich Missverständnisse vermeiden und Lösungen für Belastungssituationen gemeinsam erarbeiten.

Zur Bewältigung seiner Aufgaben benötigt der Mitarbeiter Erregung, Anspannung (Eustress). Aber diese sollten sich in Grenzen halten (und diese Grenzen sind bei jedem Mitarbeiter anders). Die langfristigen Belastungen führen oft zu Überforderung und blockieren den Mitarbeiter, sodass er sich hilflos fühlt und gereizt reagiert (Disstress).

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