26 April 2024

Betriebswirtschaft: Bestellverfahren bei Materialplanung

In der Materialplanung spielt die Wahl des passenden Bestellverfahrens eine entscheidende Rolle für die Effizienz eines Unternehmens. Besonders die Just-in-time-Beschaffung bietet hierbei einen spezifischen Ansatz zur Optimierung der Abläufe.


Bei den Bestellverfahren unterscheidet man z.B. zwischen auftragsbezogener Beschaffung und Just-in-time-Beschaffung. 

Merkmale der Just-in-time-Beschaffung

Die Just-in-time-Beschaffung zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine fertigungssynchrone Bereitstellung von Materialien anstrebt. Dabei wird das benötigte Material entsprechend dem vorliegenden Produktionsplan rechtzeitig beim Lieferanten bestellt. Der entscheidende Punkt ist hierbei der Zeitpunkt der Ankunft: Die Lieferung erfolgt erst dann, wenn der tatsächliche Bedarf in der Fertigung entsteht. Dies unterscheidet sich deutlich von der auftragsbezogenen Beschaffung, bei der Materialien eher spontan nach dem Eingang einer konkreten Kundenbestellung geordert werden.

Vorteile einer schlanken Lagerhaltung

Ein wesentlicher Vorzug dieses Verfahrens liegt in den geringen Beständen, was zu niedrigen Kosten für die Lagerhaltung sowie für die benötigten Lagerflächen und das entsprechende Personal führt. Durch den schnellen Materialfluss werden kürzere Durchlaufzeiten erreicht, was wiederum die Produktivität im Unternehmen steigert. Zudem hilft dieser Ansatz dabei, eine Überproduktion zu vermeiden. Insbesondere bei verderblichen Gütern verringern sich dadurch die Risiken für Qualitätsverluste oder Abfall deutlich. Ein weiterer wirtschaftlicher Aspekt ist die Möglichkeit, durch größere Bestellmengen bessere Konditionen bei den Lieferanten durchzusetzen.

Herausforderungen und Risiken bei Verzögerungen

Trotz der wirtschaftlichen Vorteile bringt die Just-in-time-Strategie auch erhebliche Risiken mit sich. Da kaum Pufferbestände vorhanden sind, besteht bei Ausbleiben oder Verzögerungen von Lieferungen sofort die Gefahr eines Produktionsstillstandes. Zudem führt die hohe Frequenz der Anlieferungen zu einer steigenden Belastung der Infrastruktur und der Umwelt. Dies erfordert eine äußerst präzise Terminplanung und eine engmaschige Abstimmung mit den Partnern.

Anforderungen an die Lieferantenbeziehung

Damit das System reibungslos funktioniert, ist eine intensive Qualitätskontrolle direkt beim oder mit dem Lieferanten unerlässlich. Das Unternehmen begibt sich in eine relativ lange vertragliche Bindung und entwickelt eine hohe Abhängigkeit von seinen Partnern. Nur durch eine verlässliche und koordinierte Zusammenarbeit können die Anforderungen an die Pünktlichkeit und Güte der Materialien dauerhaft erfüllt werden.

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